Arbeitsbesuch

Dienstag, 9. September 2014 - 16:30
Ort: 

Coudray-Kirche Rastenberg

Beschreibung: 
Am Dienstag, dem 09.09.2014, um 16.30 Uhr, überzeugt sich der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Cristian Carius in der Coudray-Kirche Rastenberg vom Stand der Restaurierungsvorbereitungen der historischen Schulze-Orgel. Hier hat er 2010 die Schirmherrschaft übernommen. Ausführliche Informationen gibt es dann am Tag des offenen Denkmals und 4. Deutschen Orgel Tag am 14.September mit einem interessanten Programm.
 

Schirmherr zum Arbeitsbesuch in der Coudray-Kirche

Am 09.09.2014 nahm sich der Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr,
Christian Carius, mitten im Wahlkampf, mit einem Arbeitsbesuch bei  seinem Orgelförderverein in der Coudray-Kirche eine kleine Auszeit. Er konnte den Ausführungen des Fördervereinsvorsitzenden
mit einer  erfreulichen Bilanz der bisherigen Vorbereitungen zur Restaurierung der historischen Schulzeorgel einfach zuhören.  Auch die Ausstrahlung der schlichteleganten Kirche und das „Großer Gott wir loben Dich“ der Orgel, gespielt von unserem Vereinsmitglied Pfarrer .i.R.  Weller-Zeth, trugen dazu bei.
Die schriftlichen  Grußworte unseres neuen Pfarrers Andreas Simon, der leider nicht an der Zusammenkunft teilnehmen konnte, bildeten den Auftakt. Darin brachte er die Freude über das Interesse und das Engagement des Ministers für unsere Kirche in Rastenberg zum Ausdruck:
„Das Ziel, das uns mit unserer Kirche und besonders mit unserer Orgel vor Augen steht, ist, nach allem, was von Seiten der Kirchgemeinde und des Orgelfördervereins und mit Ihrer Unterstützung in den letzten Jahren bereits geleistet wurde, schon am Horizont zu erahnen.“
Im Kirchenvorraum konnte sich der Schirmherr über die ausliegende Buchneuheit von Prof. Dr. Rolf Bothe zu Coudray und die Dissertation zu Weißglanzfassungen von Figuren und Flächen von Dr. Melissa Speckhardt informieren. In beiden Büchern wird auf die Rastenberger Kirche und die Orgel eingegangen.
Das überzeugende Restaurierungskonzept zur Orgel von der Firma Eule Orgelbau Bautzen beeindruckte. Enthielt es doch diese so wünschenswerte minimalinvasive Vorgehensweise, um das Denkmal unbedingt in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten und zugleich das Musikinstrument in seiner alten Klangschönheit neu zu beleben. Das soll es sein, was nach Abschluss der Restaurierungen zu einer Nachfrage führt, wie man sie bei alten originalen Orgeln weltweit kennt und erlebt. Hinzu kommen die im Ausstellungsbereich der Kirche vorgestellten Alleinstellungsmerkmale der Orgel und im Schaffen von J.F. Schulze. Diese haben sich uns erst mit der Forschung erschlossen.
Ebenso interessant fand der Gast die Beschäftigung mit der Winderzeugungsanlage, die auch in ihren ursprünglichen Zustand rekonstruiert werden soll. Hier können also wieder Balgtreter ihren Dienst tun und sich dann wie ihre Vorfahren an den Wänden des Kalkantenraumes verewigen.
Das über diese Inschriften nun entstehende Buch des Orgelfördervereins, als ein Projekt mit Beteiligung vieler älterer Rastenberger, fand Christian Carius interessant, bringt es doch die Verbindung der Menschen mit ihrer Kirche zum Ausdruck.
 Doch das war zur Winderzeugung noch nicht alles. Ein lineares Antriebssystem soll für die historische Balganlage entstehen. In Zusammenarbeit mit einer Hochschule wird es von der Orgelbaufirma entwickelt werden. Dieses neuartige Antriebssystem stellt einen Prototypen dar, so, wie es auch der Orgelprospekt war. 
Diesen Orgelprospekt empfand Minister Carius, im Hinblick auf den Entwurf von Coudray und wie der Orgelbauer ihn geschickt immer wieder an anderen Orgeln zum Einsatz brachte, als ein besonderes Alleinstellungsmerkmal.
Schließlich brachte unsere Superintendentin Frau Bärbel Hertel  ihre Freude über den gelungenen  Start und die guten Vorbereitungen des Projektes „ Orgelpatenschaften“  zum Ausdruck. Eine gut durchdachte Möglichkeit, in den nächsten Jahren 80000 € an Eigenmitteln für das große Ziel zu sammeln.
In der Orgel selber, beeindruckte den Bauminister der Stand des Orgelbauhandwerkes der frühromantischen Zeit mit dieser komplexen  Holzmechanik.
Bei dem kleinen Vortrag auf der Orgelempore wurde das Bild von Coudrays gestalterisch einheitlichem Gesamtkonzept sehr deutlich. Die klare klassizistische Ausstrahlungskraft des Raumes der Kirche mit dem Ausblick auf die Zukunft durch die von Frank Koch erarbeitete Fotoabbildung einer Gestaltungsvision, war dann Anlass, über die bevorstehenden Baumaßnahmen der Kirchgemeinde zu berichten.
Mit der für 2014 bewilligten Förderfinanzierung  kann noch in diesem Jahr die bereits vorliegende Gesamtplanung weiter präzisiert  und mit einer Musterachse im Kircheninnenraum begonnen werden. Das ist eine wichtige Vorbereitung zur Restaurierung des gesamten Innenraumes, um dann erst das Kunstwerk Orgel zu retten. 
Weiter muss es aber auch mit der Vermessung der Kirche, der Statikuntersuchung und der Reparatur des Kirchendaches gehen. Nochmal darf kein Wasser in die Orgel eindringen.Die Außenwände müssen mit einer Musterachse am Westportal untersucht werden. Auch das ist vor der Orgelrestaurierung  durchzuführen. Unsere „ alte Dame“, wie wir die Orgel ja liebevoll nennen, wird späteres Baugeschehen unmittelbar in ihrer Nähe nicht vertragen. Für  Bausicherungsmaßnahmen versprach der Minister finanzielle Hilfe.
Überhaupt wird unser Schirmherr  in den nächsten Jahren dieses große Vorhaben weiter mit Rat und Tat unterstützen, da die Erschließung eines so wertvollen Denkmals mit einer konzeptionellen Nutzung ein guter Beitrag für die Landesentwicklung ist. Es ist gedeihlich für die Region im ländlichen Raum und macht auch Kirche auf eine besondere Art für alle Menschen erlebbar. 
Um mit weiteren Worten aus dem Grußwort von Pfarrer Andreas Simon zu schreiben:
“ Nun gilt es konsequent, den begonnenen Weg weiter zu verfolgen, ohne dabei zu vergessen, wofür wir das alles tun. Denn wir sind bei allen Vorhaben darauf angewiesen, dass  Gott uns dabei leitet und zur Seite steht. In ihm und durch ihn ist alles, was ist und was werden wird.“