Schulze-Orgel wird wieder original

Der Orgelförderverein Coudray-Kirche Rastenberg startet zuversichtlich und mit vielen Ideen in das Jahr 2012. Fünf Orgelbaufirmen werden angeschrieben und um Instandsetzungspläne ist gebeten.


Rastenberg. Am Samstag wurden in einer Vorstandssitzung des Orgelfördervereins Coudray-Kirche Rastenberg die Weichen für das weitere Vorgehen bei der Restaurierung der historischen Schulze-Orgel in der Coudray-Kirche Rastenberg gestellt, informierte Vorsitzender Udo Schneider.

Demnach habe sich der Verein weiter etabliert. Veranstaltungen, wie das Symposium zur Restaurierung der Orgel im Mai 2011, das erstmalige Konzert des Thüringer Orgelsommers mit "Fracksausen", ein schönes Kirschfest mit dem Konterfei von Clemens Wenzeslaus Coudray, dem Goethefreund und Architekten der Kirche, und das 2. Apfelwunder, mit neuem guten Orgelbrand haben auch dazu beigetragen.

Konzentrriert wird derweil am Restaurierungskonzept gearbeitet Umfangreiche Forschungsarbeiten und die Entdeckung der Originalunterlagen zur Orgel durch den Heimatforscher Markus Vette, helfen.

Am 14. Januar begab sich dazu der Vorstand auch auf die Reise nach Paulinzella, der Wirkungsstätte des Orgelbauers Johann Friedrich Schulze und sammelte Wissen zum weltweiten Ruf dieser in Vergessenheit geratenen Thüringer Orgelbaufirma. Die Forschungsergebnisse, die in einem Buch der Schriftenreihe des Heimatvereins Rastenberg festgehalten sind, werden in Paulinzella wiederum neue Aktivitäten zur Darstellung des Wirkens von Schulze auslösen.

Mit der Leistungsbeschreibung zur Orgelrestaurierung wird jetzt Kurs genommen auf die Zurückführung des Instrumentes in den originalen Zustand von 1827. Die "alte Dame" wird ihren jugendlichen Klang wiederbekommen und man kann später dann auch bei vielen Konzerten, wie bis 1936, mit Kalkanten (Bälgetreter) die Keilbälge zur Winderzeugung treten. Fünf Orgelbaufirmen werden nun angeschrieben, um dann durch den Gemeindekirchenrat der Firma den Auftrag zu erteilen, die der Vision des Orgelfördervereins am besten Rechnung tragen kann.

Es soll gelingen, mit der konsequenten historischen Instandsetzung der Orgel eine nachhaltige Nutzung des Instrumentes zu erreichen. Die Erschließung des Kulturdenkmales wird auch die Region ansprechen und allen Menschen religionsüberschreitend den Raum Kirche als hohes Gut erschließen. Zugleich ist es ein partnerschaftliches Angebot an künftige Sponsoren.

Mit der vorliegenden Markenschutzgenehmigung des Vereinslogos (blaues Orgelpfeifenherz) gibt es ein weiteres Symbol, das Anliegen als gemeinsame Herzensangelegenheit für alle werden zu lassen.

"Brennen für einen guten Zweck" wird durch den neuen Rastenberger Orgelbrand zur Initiative der Rastenberger für ihre Orgel.

Die Hälfte dieses neuen Apfelwunders hat schon seine Käufer gefunden.

Besprochen wurden auch die weiteren Veranstaltungen in der Reihe "MUSIKinRASTenberg", kurz Musikrast, die im letzten Jahr schon gut angenommen wurden.

So können sich alle hier im Ort und in der Region erneut auf den "Thüringer Orgelsommer" freuen. Die beiden Rastenberger Chöre werden zum Tag des offenen Denkmals mit der Aufführung von Teilen aus dem Oratorium "Die Schöpfung" von Haydn zu hören sein.

Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth wird im Dezember mit einem weihnachtlichen Konzert die Veranstaltungsreihe schließen. All das geht nur mit Hilfe der Rastenberger und aller Interessierten aus der Region. In der Vorstandssitzung wurde deutlich, wie sehr man dies schätze und wie dankbar man für so ein schönes vertrauensvolles Miteinander sein könne.

 

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Autor: 
Udo M. H. Schneider, Bärbel Albold
Veröffentlich am: 
7.2.2012
Veröffentlicht in: 
Thüringer Allgemeine, Sömmerda