Prinzip Selbsthilfe: Orgelrettungsaktion in Rastenberg gewürdigt

Es war ein besonderer zweiter Advent für die Kirchgemeinde Rastenberg mit einigen Höhepunkten. Sehr gefreut hatte man sich auch über den Besuch von Annemarie Coudray. Darüber berichten Martina Bamberg und Anne Redmann.

 Zur Adventsfeier sprach Annemarie Coudray, Ururenkelin des Baumeisters der Rastenberger Stadtkirche, ein Grußwort. Leserfoto: Martina Bamberg

Rastenberg. Die Adventsfeiern und Weihnachtsmärkte gehören in die kalte Jahreszeit und dienen der Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Überall gibt es lieb gewordene Gemeinsamkeiten: Glühwein, Kinderpunsch und Rostbratwürstchen, Stände mit weihnachtlichen Artikeln, Stollen, Plätzchen und Kaffee, Orte zum Aufwärmen, Musik, die nur im Dezember erklingt.

Die Kirchgemeinde Rastenberg traf ebenfalls Vorbereitungen für eine Adventsfeier. Während wir im vergangenen Jahr am 1. Advent unseren neuen Pfarrer bei uns begrüßen und mit ihm feiern konnten, gab es in diesem Jahr zum 2. Advent einige ganz andere Höhepunkte. Da war neben dem bereits oben genannten erstmals der gerade aus Schlitz frisch eingetroffene Orgelbrand zu verkosten und zu verkaufen. Da wurde des Weiteren ein neues Fenster des Rastenberger Adventskalenders geöffnet.

Und da war außerdem Frau Annemarie Coudray unser Gast. Sie ist die Ururenkelin des Erbauers unserer Rastenberger Stadtkirche. Sie wohnt in Meinigen und war gerne bereit, an unserem Fest teilzunehmen und ein Grußwort zu sprechen. Mit großem Interesse und viel Freude erlebte sie das Geschehen und war angetan von den Aktivitäten, die bisher zur Orgelsanierung durchgeführt wurden. Sie meinte, wenn etwas für die Orgel getan wird, wird auch etwas für die Menschen von Rastenberg getan.

Unsere Orgel hat fast 200 Jahre "auf dem Buckel". In Thüringen gibt es etwa 2500 "Schwestern", die alle kränklich und schwächlich sind und einer Restaurierung bedürfen. Das Krankenkassenrezept für diese Orgeln muss das Prinzip der Selbsthilfe sein. Mit Zuversicht sollte in die Zukunft geschaut werden, damit diese Juwelen auch weiter klingen können.

Die Anwesenden freuten sich über die warmen und auch anerkennenden Worte von Frau Coudray. Den Abend beendete die Königin der Instrumente, unsere altehrwürdige Schulze-Orgel, ausdrucksstark gespielt von
Johannes Gaede und illuminiert von vielen Kerzen in der ansonsten dunklen Kirche.

Die Aktivitäten aller Beteiligten, die an der Vorbereitung und Durchführung des 2. Advents mitwirkten, trugen zum Gelingen des Festes bei. Wir sagen herzlichen Dank. Dank auch allen Gästen, die sich gegen Nachmittag und am Abend auf den Weg zu uns gemacht hatten. Eine erneute Begegnung im kommenden Advent würde uns sehr freuen.

Übrigens wird der Orgelbrand auch am 3. Advent zum Weihnachtsmarkt in der Josefskirche zum Verkauf angeboten. Des Weiteren kann man ihn donnertags zwischen 15 und 18 Uhr im Pfarramtsbüro, bei Frau Nienstedt im Rathaus zu den Öffnungszeiten, in der Bäckerei Frankenberg sowie im Haushaltswarenladen der Familie Zeugner erwerben.

Es könnte ja sein, dass Sie noch ein besonderes Weihnachtsgeschenk suchen oder auch sich selbst eine Freude machen möchten.

Autor: 
Martina Bamberg, Anne Redmann
Veröffentlich am: 
10.12.2010
Veröffentlicht in: 
Thüringer Allgemeine, Sömmerda