Apfelschnaps für Orgelpfeifen

TA-MOBIL. Wir fahren nach Rastenberg und staunen über eine Idee der Einheimischen, 

die die alte Orgel der Stadt wieder in Schuss bringen soll.

VON SASKIA FRITSCHE

Rastenberg. "Wir Rastenberger brennen für unsere Orgel" prangt auf einem Schild an einer Tür des Pfarrhauses. Und das meinen die Rastenberger wörtlich. Udo M. H. Schneider, Vorsitzender des Orgelfördervereins der Stadt, zeigt stolz auf die diesjährige Ausbeute des sogenannten "Orgelbrands".

4,2 Tonnen Äpfel spendeten die Rastenberger, fast doppelt so viel wie im vorigen Jahr. Je 500 kleine und große Flaschen des klaren Apfelschnapses wurden daraus im hessischen Schlitz gebrannt. Auch 500 Flaschen "Orgelfeuer", ein milder Likör aus Apfelsaft, gab die Spendenfreudigkeit der Einwohner her. Erst am Samstag klebten die Rastenberger die Etiketten auf die Flaschen. Jetzt kann der Verkauf des hochprozentigen Getränks losgehen.

Der Erlös kommt, wie der Name schon sagt, der Kirchenorgel zugute. Das 1827 erbaute Instrument muss restauriert werden. Im vergangenen Jahr brannten die Rastenberger zum ersten Mal ihren Apfelschnaps aus einheimischen Äpfeln. "Der ging gut weg", sagt Udo Schneider und ist sich sicher, dass das auch dieses Mal nicht anders sein wird. Im Pfarrhaus, im Rathaus und an anderen Stellen des Ortes bietet der Verein den "Orgelbrand" an.

Die ausgefallene Idee des Orgelschnapses trägt erste Früchte. Die Forschungen an der Orgel konnten in diesem Jahr abgeschlossen werden. Jetzt kann die eigentliche Restaurierung beginnen.

"Den Auftrag werden wir zu Anfang des neuen Jahres ausschreiben", sagt Schneider. Die alte Orgel hat dem Rastenberger Apfelschnaps schon jetzt einiges zu verdanken.

 
Autor: 
Saskia Fritschs
Veröffentlich am: 
12.12.2011
Veröffentlicht in: 
Thüringer Allgemeine, Sömmerda