Tag des offenen Denkmals & Stadtkirche Theater für Kinder

17.10.2017
 

Kindertheater zur Errichtung der Rastenberger Stadtkirche als Zeichen von Macht und Pracht, dem Motto des Denkmaltages 2017

Unser Tag des offenen Denkmals schwingt immer noch nach. Nach dem tollen Konzert am Vorabend mit den Titel „Grenzenlos“  in der gut besuchten Baustellenkirche, welches unikat für uns entstanden war, waren wir geradezu beflügelt vor den Sonntag. 

Die  schnelle Hilfe einer ehrenamtlichen Regisseurin so kurz vor der Premiere von „ Der Großherzog und sein Oberbaudirektor“ hat uns ein tolles Theater für und mit Kindern an diesem Tag spielen lassen.

Die Regie brachte das Stück in eine klare und sehr anschauliche Sprache der Handlung um die Zeit des Kirchenbaus. 

So nahm das Stück nach einer aufgeregten Generalprobe seinen Lauf:

Die Pfadfinderkinder, „Rastenberger Orgelpfeifen“, überzeugten mit dem Chaos auf der Baustelle am  Anfang, nachdem unsere erprobte Erzählerin Uta Groll mit lauten und klaren Worten die Zuschauer in die Zeit um 1824 versetzt hatte.

Der Adjunkt Rudolf im historischem Ornat, gespielt von Ilka Langer, war überzeugend entsetzt, als er die Unordnung sah. Die Baustelle erstarrte zum ersten Mal und  Rudolph verfasste mit Feder einen Brief an Coudray in Weimar, den er auch sogleich dorthin brachte. 

Von Beginn der Aufführung an zeichnete Coudray, alias Udo Schneider im historischen Kostüm, vor der Rückseite des Schlussbildes, die als Kanzlei  mit Skizzen und Zeichnungen der Baubehörde und dem Weimarer Wappen geschmückt war. Er saß auf einem Stuhl von 1826  neben einem Kerzenständer aus dieser Zeit. Natürlich mit einer Feder und sehr unter Zeitdruck.

Das ließ er Rudolph, der die  Depesche aus Rastenberg brachte, mit seiner Mimik auch anmerken und verlangte genervt nach seinem Pferd, um nach Rastenberg zu reiten. Stiefel und Reithose hatte er schon an. Gewissermaßen Arbeitskleidung. Auf der Baustelle ging bis zu seiner Ankunft das Chaos weiter. 

Nach dem Abschreiten und dem ständigen Vergleichen mit dem in der Hand haltenden Grundriss der Rastenberger Kirche, kam es zu den Auseinandersetzungen mit dem Baustellenpolier und zur zum Schlag erhobenen Hand.

Das eingefrorene Bild wurde von einer Klientin der Stiftung Finneck gewissermaßen interaktiv kommentiert:“ Das macht man doch nicht.“ Dieser unbeabsichtigte Verstärker trug im hohen Maße zum Verständnis der Handlung bei den Kindern und zur Erheiterung der Erwachsenen bei.

Nach der Korrektur des eingefrorenen Bildes durch die Frau unseres Pfarrers arbeiteten die Bauarbeiter unter Coudrays klarer Anweisung lt. Zeichnung weiter und es erklang schon eine Aufnahme von  Orgelmusik der Rastenberger Orgel. Das dann herbeigetragene Schlussbild mit dem schon fertiggestellten Westeingang der Kirche  wurde vor die mit Kartons errichtete Kirche gestellt und es gab den verdienten Applaus.

Toll, wie viele Kinder diese 10 Minuten gespannt dem Stück folgten und auch die Botschaft verstanden hatten.

Coudray hat sich dann noch für seine Impulsivität entschuldigt und auf den Stress mit dem Fertigstellungstermin hingewiesen.

Klar war für die Kinder geworden, dass man ohne den Einsatz von Macht im Miteinander und im Zuhören nur eine solche Pracht wie diese Kirche,  entstehen lassen kann. 

So wurde aus der Drehbuchidee unseres Pfarrers Andreas Simon und der Regiehinweise von Katrin Pulow, dieser so besondere pantomimenhafte Einakter. 

Jetzt, beim Schreiben kommt die Freude über ein so gelungenes und auch durch die Kinder gespieltes Theaterstück wieder.

 

Udo M. H. Schneider

 
 

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