Blinker setzen ...

29.6.2020
Blinker setzen und anhalten
 
Wer durch die beschauliche Kleinstadt Rastenberg am Rande der Finne fährt, biegt mitten im Ort an der großen Stadtkirche ab. Auch Radfahrer können den weit ins Land sichtbaren Kirchturm gut als Navi nutzen. 
 
Unscheinbar ist diese Kirche nicht. Vielleicht fragt sich der Vorbeieilende, warum sie so groß ist und so mitten im Ort steht. Das hat seine Gründe, die es wirklich in sich haben. Man erfährt sie nicht im Vorbeifahren. Auch nicht die Besonderheiten, die sie in sich birgt. 
 
 Wissen Sie, dass diese Kirche ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist?
 
Errichtet 1826 als Zeichen eines feudalen Machtanspruches des Weimarer Großherzogs hat sie fürstliche Provenienz. In ihrem Gesamtkonzept mit einer Schulze-Orgel als Königin der Instrumente ist sie das bedeutendste Werk von Clemens Wenzeslaus Coudray, einem engen Freund Goethes. Die Wiederherstellung der Raumfassung in Anlehnung an  das klassizistische Gesamtkonzept edler Glanzfassungen und Interieurs  Coudrays beeindruckt den Besucher schon jetzt.
 
Wissen Sie, dass bei der Restaurierung der Orgel eine Weltneuheit entsteht?
 
Die frühromantische Orgel von Johann Friedrich Schulze steht hinter dem von Coudray entworfenem Orgelprospekt und wird wieder im originalen Klang von 1827 zu hören sein. Der 0rgelwind wird nicht wieder von einem Windmotor, sondern wie ursprünglich von den Keilbälgen erzeugt. Ohne in die originale Substanz einzugreifen, können wahlweise dabei moderne Linearmotoren dabei helfen. Das wird gerade entwickelt und hat weltweit Modellcharakter.
 
Wissen Sie, dass man hier noch die ursprünglichen Glocken von 1826 hört?
 
Vor 70 Jahren kamen sie nach den Wirren des Krieges wieder wohlbehalten in Rastenberg an.
 
Wissen Sie, dass wir nachhaltig restaurieren?
 
Als Förderpartner der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind wir der Denkmalpflege im besonderen Maße verpflichtet.
 
Zum Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ führen wir Sie diesmal d i g i t a l durch unsere Kirche. Wir steigen zu den Glocken im Turm, in die jetzt ausgebaute Orgel, schauen genau an und hinter die bereits restaurierte Kanzelaltarwand und suchen nach Geheimnissen für Groß und Klein. Da gibt es noch welche.
 
Unsere ausgebauten Prospektpfeifen, die von 1926 an eine traurige Zwischenlösung waren, können Sie sogar erwerben.
 
Wer es bis dahin nicht aushalten kann, darf nach Vereinbarung schon mal vorbeischauen.
 
Wissen Sie, dass diese Kirche ein Haus aus lebendigen Steinen ist?
 
Eine junggebliebene Kirchengemeinde und ein Kirchbau- und Orgelförderverein, im Landkreis allein nominiert für den „Deutschen Engagementpreis 2019“, stehen für besondere Kulturerlebnisse.  
 
Mit Einschränkungen am Donnerstag, dem 09.07.2020, doch noch der Thüringer Orgelsommer, der seit Jahren hier nicht wegzudenken ist. In ihm ist der Orgelförderverein Mitglied.
 
Whisky in der Kirche unvorstellbar?
 
Nein. Es gibt ihn für einen guten Zweck und er lagert dort bis zu seinem Auftritt 2026. Zum 200. Kirchenjubiläum.
 
Einige Anteilsscheine sind noch zu haben. Näheres unter 0151 41934454 oder whisky@orgelfoerderverein-rastenberg.de
 
Würden Sie gern die Birnen der Alleebäume am Weg nach Rastenberg in flüssiger Form mit nach Hause nehmen?
 
Wir Rastenberger brennen für unsere Orgel. Der „Rastenberger Orgelbrand“ erweitert die Eindrücke Ihres Besuches.
 
Wenn Sie die Besonderheiten unserer Coudray-Kirche neugierig gemacht haben:
 
Setzen Sie Ihren Blinker und halten Sie auf dem Coudrayplatz in Rastenberg an.
 
 
www. orgelfoerderverein-rastenberg.de | www. Kirchspielrastenberg.de
 
99636 Rastenberg, Coudrayplatz 1 | Te.: 036377 831572 oder 80324
 
 
Coudray-Kirche